Süßstoffe – machen krank oder sind sie eine Alternative ?

Hallo liebe Fitness Freunde und die, die es werden wollen,

Süßstoffhaltige Produkte sind oft mit einem negativen Image belastet. Häufig heißt es, Saccharin, Aspartam & Co. sind gesundheitsschädlich, machen dick oder lösen Heißhunger aus. Wie gefährlich sind sie wirklich? Kann man sie bedenkenlos verzehren?

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Süßstoffe und ihr schlechter Ruf.

Süßstoffe haben per se einen schlechten Ruf. Allein die Tatsache, daß es sich um synthetische Produkte der chemischen Industrie handelt, macht sie von vornherein verdächtig. Nachdem man Cyclamat seinerzeit zur Last legte, Blasenkrebs zu verursachen, wurden auch immer wieder bei anderen Süßstoffen toxische oder cancerogene Eigenschaften gefunden. Trotz dieses Makels hat es die finanzstarke Süßstoffindustrie mit entsprechend geförderten Gegenstudien, Neuzulassungen und Gesundheit und Schlankheit betonenden Marketingstrategien geschafft, dass weltweit Millionen von Menschen täglich Süßstoffe konsumieren. Tatsächlich wird sogar das Ausbleiben von Erkrankungen und Todesfällen bei diesen freiwillig unfreiwilligen Probanden eines gewaltigen, weltweiten Feldversuchs der Süßstoffindustrie, von diesen und anderen Befürwortern des Süßstoffkonsums bereits als positiver Nachweis für die jeweilige Unbedenklichkeit ihrer Produkte gewertet.

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Nebenwirkung Süßstoff

Fraglich ist nur, inwieweit man die von Nebenwirkungen Betroffenen überhaupt ernst nimmt, werden sie doch meist in das Lager übersensibler Antichemie-Nörgler und Spinner verdrängt, denen die sachlichen Argumente fehlen. Das lässt Süßstoffkritiker immer stärkere Kanonen gegen die vermeintlich süße Gefahr auffahren.

Aufgrund des heutigen Schönheitsideals enthalten immer mehr Lebensmittel ihre Süße nicht aus Zucker, sondern durch Süßstoffe. Die Vorteile liegen auf der Hand: Süßstoffe besitzen meist eine sehr viel höhere Süßkraft als Zucker, liefern aber so gut wie keine Kalorien.

Es müssen also sehr viel geringere Mengen eingesetzt werden, um eine angenehme Süße zu erreichen. Das ist nicht nur für Diätbewusste ein Grund auf Süßstoffe zurückzugreifen, auch Diabetiker profitieren von ihnen. Außerdem sind Süßstoffe aufgrund der positiven Auswirkungen auf die Zahngesundheit eine gute Alternative zu kariesbildendem Zucker.

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Folgende Süßstoffe sind in Deutschland zugelassen und in vielen Diät- und Lightprodukten zu finden:

Acesulfam, Aspartam, Aspartam-Acesulfam-Salz, Cyclamat, Neohesperidin, Neotam, Saccharin, Sucralose, Steviosid, Thaumatin

Name relative Süßkraft
(Saccharose = 1)
Acesulfam (E 950) 130–200
Aspartam (E 951) 200
Aspartam-Acesulfam-Salz (E 962) 350
Cyclamat (E 952) 30–50
Neohesperidin (E 959) 400–600
Neotam (E 961) 7.000–13.000
Saccharin (E 954) 300–500
Sucralose (E 955) 600
Steviosid (E 960) 250–300
Thaumatin (E 957) 2.000–3.000

* Die Süßkraft ist das Maß an Süße im Verhältnis zur eingesetzten Menge eines Süßstoffes. Als Vergleich dient Haushaltszucker, dessen Süßkraft mit 1 festgelegt wurde.

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Süßstoffe und Krebsrisiko

Das Gerücht, dass Süßstoffe Krebs auslösen, kursiert bis heute in den Medien. Der Grund dafür ist jedoch nicht nachvollziehbar, da jeder Süßstoff vor der Zulassung ausführlichen wissenschaftlichen Untersuchungen unterliegt. Mittels Süßstoffgaben an Ratten über einen langen Zeitraum wird die Wirkung auf den Organismus analysiert.

Die Studien müssen unter Beweis stellen, dass die Substanz gesundheitlich unbedenklich ist, bevor sie Lebensmitteln zugesetzt werden dürfen.

Vor allem Aspartam hat aufgrund einer Tierstudie aus Italien vor einigen Jahren ein negatives Image bekommen und wird daher des angeblichen Krebsrisikos von Vielen gemieden. Der grundsätzliche Verzicht ist jedoch unbegründet. Es gibt eine Reihe von Studien, die alle kein gesundheitliches Risiko durch den Verzehr von Aspartam belegen konnten. Die Studien wurden von vielen unabhängigen Instituten und Wissenschaftlern geprüft, die daraufhin Aspartam ebenfalls als ungefährlich einstuften. Dazu gehört beispielsweise das Bundesinstitut für Risikobewertung, das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit.

wie gesund ist süßstoff

 

 

 

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Sind Süßstoffe Dickmacher?

Man hört und liest immer wieder, dass Süßstoffe nicht beim Abnehmen helfen, sondern das Gegenteil bewirken, nämlich dick machen. Diese Annahme ist auf folgende Behauptung zurückzuführen: angeblich sollen Süßstoffen durch ihren süßen Geschmack die Bauchspeicheldrüse zur Insulinproduktion anregen. Da jedoch der Zuckernachschub ausbleibt, sinkt der Blutzuckerspiegel und wir bekommen Heißhunger.

Diese These konnte von der Wissenschaft allerdings nicht bestätigt werden (Härtel B. et. Al. 1993). Die dazu durchgeführten Studien konnten nicht eindeutig belegen, dass Süßstoff Einfluss auf die Insulinausschüttung nimmt. Süßstoffe liefern keine insulinstimulierenden Kohlenhydrate und alleine der süße Geschmack kann die Insulinproduktion nicht beeinflussen.

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Durchfall durch Süßstoff

Süßstoff wird oft nachgesagt, dass er abführend wirkt. Dahinter steckt allerding meist ein anderer Übeltäter: Süßstoff wird häufig mit den sogenannten Zuckeraustauschstoffen, oder auch Zuckeralkoholen verwechselt. Dazu gehören beispielsweise Sorbit, Isomalt, Mannit und Xylit. Sie haben zwar ebenso wie Süßstoffe keinen Einfluss auf den Insulinspiegel, liefern jedoch Energie, wenn auch weniger als Zucker. Diese Zuckeraustauschstoffe können in höheren Mengen Durchfall verursachen. Die Süßkraft ist sehr viel geringer als bei Süßstoffen und somit werden sehr viel größere Mengen benötigt. Der Darm ist mit dieser hohen Menge überfordert und kann einen großen Teil nicht aufnehmen. Somit verbleibt er im Verdauungstrakt, bindet Wasser und verflüssigt dadurch den Stuhl.

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Süßstoff und Zucker gemischt

In vielen Produkten werden Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe miteinander kombiniert, so dass der Durchfall meist auch auf den Süßstoff zurückgeführt wurde. Diese wirken je nach Süßstoff aber erst ab sehr hohen Mengen abführend, die durch die wesentlich höhere Süßkraft aber nicht eingesetzt werden müssen.

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Hier die Unterschiede auf einen Blick:

Zucker Süßstoffe Zuckeralkohole Fruchtzucker
Energiezufuhr 4 kcal pro Gramm praktisch keine Kalorien 2,4 kcal pro Gramm 4 kcal pro Gramm
Süßkraft-Faktor 1 30-3000 0,4-1,0 1,2
Einfluss auf den Insulinspiegel stark kein Einfluss gering kein Einfluss
Einfluss auf das Verdauungssystem neutral neutral können abführend wirken kann abführend wirken
Einfluss auf die Zahngesundheit kann Karies fördern kein Einfluss kein Einfluss kann Karies fördern

Aufgrund der hohen Skepsis vieler Verbraucher, gehören Süßstoffe mittlerweile zu den Lebensmittelzusatzstoffen, die am intensivsten und häufigsten auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit untersucht worden sind.

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Wieviel Süßstoff darf ich essen?

Dennoch gilt bei Süßstoffen dasselbe, wie bei jedem anderen Lebensmittel auch: der Genuss in Maßen ist gesundheitlich unbedenklich. Mit Hilfe von Studien wurde daher für jeden Süßstoff eine sichere Höchstmenge festgelegt, die ein Mensch theoretisch ein Leben lang täglich zu sich nehmen könnte, ohne dass gesundheitliche Schäden verursacht werden. Diese Menge wird dann noch durch einen Sicherheitsfaktor von mindestens 100 geteilt, wodurch man dann den sogenannten ADI-Wert erhält.

Diese wirken jedoch nicht abführend und haben keinen Einfluss auf das Verdauungssystem. Hier die Unterschiede auf einen Blick, der 10 in der EU zugelassenen Süßstoffe:

  1. Acesulfam-Kalium (E-950), synthetisch, 130-200x süßer als Zucker, entdeckt 1967
  2. Aspartam (E-951), synthetisch, 200x süßer als Zucker, entdeckt 1965
  3. Aspartam-Acesulfam-Salz (E-962), synthetisch, 350x süßer als Zucker, zugelassen 2005
  4. Cyclamat (E-952), synthetisch, 30-50x süßer als Zucker, zugelassen 1963
  5. Neohesperidin-Dihydrochalcon (E-959), natürlich, 400-600x süßer als Zucker, entdeckt 1963
  6. Neotam (E-961), synthetisch, 7.000-13.000x süßer als Zucker, zugelassen 2010
  7. Saccharin (E-954), synthetisch, 300-500x süßer als Zucker, entdeckt 1878
  8. Sucralose (E-955), synthetisch, 600x süßer als Zucker, zugelassen 2004
  9. Steviosid (E-960), natürlich, 250-300x süßer als Zucker, zugelassen 2011
  10. Thaumatin (E-957), natürlich, 2.000-3.000x süßer als Zucker, zugelassen 1996

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 Süßstoff – Maximaler Verzehr täglich

Maximaler Verzehr täglich pro kg Körpergewicht in mg
Acesulfam-Kalium (E-950) 9
Aspartam (E-951) 40
Aspartam-Acesulfam-Salz (E-962) 20
Cyclamat (E-952) 7
Neohesperidin-Dihydrochalcon (E-959) 5
Neotam (E-961) 0-2
Saccharin (E-954) 5
Sucralose (E-955) 15
Steviosid (E-960) 7,9
Thaumatin (E957) unbegrenzt

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Süßstoff Fazit:

Süßstoffe sind wahrscheinlich alle nicht als gesund zu bezeichnen, Zucker aber eben auch nicht und aus diesem Grund bin ich der Meinung: Jeder sollte das nehmen, was ihm am besten schmeckt und sich dazu bitte informieren welche Mengen z.B. unbedenklich sind oder ob es schon Studien zu diesen Stoff gibt. Wenn es für meinen Geschmack zu viele negativ Eigenschaften gibt, suche ich mir eben eine alternative meine ist momentan „Stevia flüssig“, weil es meines Erachtens immer noch die natürlichste süße ist. Aber auch hier gilt für mich „nur in Maßen“, dann ist alles gut 🙂 Am gesündesten ist es noch immer, so weit wie möglich auf Fabrikprodukte zu verzichten und natürliche Lebensmittel zu verzehren. Wenn Du Dich nach dem Low-Carb Prinzip ernährst, oder die auf die Zucker-Kalorien, nicht aber auf Süßes verzichten möchtest, sind Süßstoffe eine gute Alternative.

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